Digital Signage: Das ist rechtlich zu beachten | DSGVO & Lizenzen

Digital Signage: Das ist rechtlich zu beachten | DSGVO & Lizenzen 994 537 Sebastian Loos

Die Rechtslage zu Digital Signage-Anwendungen

Artikel zuletzt aktualisiert am: 12.10.2026

Inhaltsverzeichnis:

  1. Datenschutz
  2. Lizenzrechte
  3. Vorschriften zu Außenwerbung 
  4. Werbeverbote, Transparenz und Barrierefreiheit 

 

Mit Blick auf die Digitalisierung sind einige rechtliche Aspekte zu beachten. Auch bei der Nutzung von Digital Signage. In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten rechtlichen Anforderungen an Digital Signage – vom Datenschutz über Lizenzrechte bis hin zu Außenwerbung und Barrierefreiheit.

Disclaimer: Die nachfolgenden Ausführungen geben einen allgemeinen Überblick über die Rechtslage mit Stand vom 12.10.2026. Sie ersetzen aber keine individuelle Rechtsberatung. Mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen sind Nutzer selbst verantwortlich für den korrekten, rechtlich einwandfreien Einsatz von Digital-Signage-Lösungen. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Das gilt es datenschutzrechtlich zu beachten

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gilt, sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden. Bei Digital Signage ist das beispielsweise der Fall, wenn Anwendungen Nutzerdaten erfassen, interaktive Funktionen persönliche Angaben abfragen oder externe Dienstleister Daten im Auftrag verarbeiten. Die drei nachfolgenden Szenarien sind dabei besonders relevant.

 

Szenario 1: Datenspeicherung über Bewegungssensoren

Die DSGVO greift bei der Verarbeitung personenbezogener Daten durch Bewegungssensoren, Kameras oder Tracking-Technologien. Betreiber benötigen dafür eine geeignete Rechtsgrundlage, beispielsweise eine Einwilligung oder ein berechtigtes Interesse. Zudem müssen sie die Datenverarbeitung transparent gestalten und angemessene Sicherheitsmaßnahmen treffen. Bei der ausschließlichen Verarbeitung von vollständig anonymisierten Daten findet die DSGVO keine Anwendung.

 

Szenario 2: Datenspeicherung über interaktive Nutzung

Erfahrungsgemäß nutzen viele Unternehmen Digital Signage für Gewinnspiele und Umfragen. Werden dabei personenbezogene Daten erhoben, müssen die Vorgaben der DSGVO eingehalten werden. Dazu gehört insbesondere, die Teilnehmer über Zweck, Umfang und Rechtsgrundlage der Datenverarbeitung zu informieren. Dies kann über einen Datenschutzhinweis am Display und eine leicht zugängliche Datenschutzerklärung erfolgen.

Ob zusätzlich eine ausdrückliche Einwilligung erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Verwendungszweck ab. Beispielsweise ist für die Nutzung der Kontaktdaten zu Werbezwecken regelmäßig eine gesonderte Einwilligung notwendig.

 

Szenario 3: Datenspeicherung über Drittanbieter

Cloud-Computing ist eine gängige Methode zur Speicherung und Verwaltung von Signage-Inhalten. Werden dabei personenbezogene Daten verarbeitet, müssen Unternehmen die Einhaltung von Datenschutzvorgaben sicherstellen. Verarbeitet der Cloud-Anbieter diese Daten im Auftrag, ist in der Regel ein Auftragsverarbeitungsvertrag gemäß Art. 28 DSGVO erforderlich. Darüber hinaus sollten Unternehmen auf angemessene Sicherheitsmaßnahmen und die Einhaltung der Vorgaben für internationale Datenübermittlungen achten.

 

Cybersecurity-Pflichten

Seit dem 1. August 2025 gelten für bestimmte Geräte mit Funktechnologien wie WLAN oder Bluetooth zusätzliche Cybersicherheitsanforderungen nach der EU-Funkanlagenrichtlinie (RED). Diese betreffen insbesondere den Schutz von Netzwerken, personenbezogenen Daten und vor Betrug. Die Anforderungen richten sich vor allem an Hersteller und andere verantwortliche Wirtschaftsakteure. Betreiber sollten beim Einsatz von Digital Signage zusätzlich auf regelmäßige Sicherheitsupdates, sichere Netzwerke und geeignete Zugriffskontrollen achten.

 

Lizenzrechtliche Aspekte

Der primäre Nutzen von Digital Signage besteht darin, Inhalte zu erstellen und zu zeigen. Und für die Contenterstellung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die meisten Digital Signage-Anbieter stellen zwar ihr eigenes CMS zur Verfügung, aber das reicht meistens nicht aus. Das CMS stellt nämlich primär die Kompatibilität mit Inhalten sicher, eignet sich aber weniger für den Erstellungsprozess. Deshalb greifen Unternehmen zu SaaS-Anwendungen wie Canva.

Hierbei sind lizenzrechtliche Vorschriften zu beachten. Je nach Abo-Modell, ist die kommerzielle Nutzung von Inhalten erlaubt oder untersagt. Das ist aber immer im Einzelfall zu prüfen. Anbieter stellen hierfür Informationen auf ihrer Website bereit. 

 

Außenwerbung

Digital Signage für den Outdoor-Bereich erfordert unter Umständen eine Genehmigung durch die zuständige Behörde. Grundsätzlich darf Außenwerbung nicht die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, den Blick auf Verkehrsflächen erschweren oder als störend wahrgenommen werden. Weitere Anforderungen bestimmt das jeweilige Land.

In Deutschland hängt die Genehmigungspflicht für digitale Außenwerbung von den jeweiligen Landesbauordnungen und kommunalen Vorschriften ab. Kleinere Werbeanlagen können unter bestimmten Voraussetzungen genehmigungsfrei sein. Dies gilt jedoch nicht automatisch für digitale Kundenstopper oder Werbestelen.
Insbesondere bei der Aufstellung auf öffentlichen Gehwegen kann zusätzlich eine Sondernutzungserlaubnis erforderlich sein. Auch genehmigungsfreie Anlagen müssen geltende Vorschriften zur Verkehrssicherheit und Gestaltung einhalten. Unternehmen sollten die Anforderungen daher vor der Installation mit der zuständigen Behörde klären.

 

Energieverbrauch und Betriebszeiten

Im Zuge der Energiekrise wurden in einigen europäischen Ländern zeitweise Einschränkungen für beleuchtete Werbeanlagen eingeführt. Diese Maßnahmen waren jedoch befristet und gelten heute nicht mehr allgemein für Digital-Out-of-Home-Anwendungen. Für Digital Signage gelten daher in erster Linie lokale Bau- und Werbevorschriften. In Österreich werden Außenwerbeanlagen überwiegend über Landesbauordnungen und kommunale Genehmigungen geregelt.

Typische Anforderungen betreffen:

  • Blendefreiheit und Verkehrssicherheit,

  • automatische Helligkeitsanpassung von Displays,

  • mögliche zeitliche Beschränkungen für beleuchtete Werbung, beispielsweise während der Nachtstunden. Die zulässigen Betriebszeiten hängen von den örtlichen Vorschriften und der jeweiligen Genehmigung ab.

Unternehmen sollten daher vor der Installation prüfen, welche kommunalen Vorschriften am jeweiligen Standort gelten.

 

Werbeverbote, Transparenz und Barrierefreiheit

Bei der Gestaltung von Digital Signage-Werbung sind bestimmte rechtliche Vorgaben zu beachten. In Deutschland bildet unter anderem das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) eine wichtige Grundlage. Verboten sind beispielsweise irreführende Werbeaussagen oder unzulässige Schleichwerbung.

Vergleichende Werbung mit Produkten oder Dienstleistungen von Mitbewerbern ist grundsätzlich erlaubt, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Besondere Einschränkungen gelten unter anderem für:

  • Tabakwerbung
  • Werbung für Heilmittel und Arzneimittel
  • Glücksspielwerbung
  • Werbung, die sich gezielt an Kinder richtet

Darüber hinaus müssen bestimmte Berufsgruppen (z. B. Ärzte und Rechtsanwälte) zusätzliche berufsrechtliche Werbevorschriften berücksichtigen.

 

Digital Services Act (DSA)

Der Digital Services Act (DSA) regelt unter anderem Transparenzpflichten für digitale Vermittlungsdienste und Online-Plattformen. Dazu gehören beispielsweise Vorgaben zur Kennzeichnung von Werbung und zum Umgang mit rechtswidrigen Inhalten. Für klassische Digital Signage-Anwendungen, bei denen Unternehmen eigene Inhalte auf ihren Displays ausspielen, gelten diese Vorschriften nicht automatisch. Relevant werden sie insbesondere dann, wenn ein Anbieter Dienste betreibt, die in den Anwendungsbereich des DSA fallen.

 

Barrierefreiheit

Seit dem 28. Juni 2025 gelten in Deutschland mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) zusätzliche Anforderungen an bestimmte Produkte und Dienstleistungen. Im Bereich Digital Signage können bestimmte interaktive Selbstbedienungsterminals betroffen sein, beispielsweise Zahlungsterminals sowie bestimmte Informations- und Check-in-Terminals.

Nicht jedes digitale Display fällt automatisch unter das Gesetz. Unabhängig von gesetzlichen Verpflichtungen sollten Inhalte möglichst barrierefrei gestaltet werden – etwa durch gut lesbare Schriftgrößen, ausreichende Kontraste und barrierearme Bedienmöglichkeiten.

 

Sonderfall: Was ist bei LED-Walls erlaubt?

In Österreich spielt bei der Genehmigung von LED-Walls im Straßenverkehr die RVS 05.06.12 eine wichtige Rolle. Sie enthält technische Empfehlungen zur Gestaltung von Werbung im Straßenumfeld, um Ablenkungen und Gefährdungen zu vermeiden.

Dabei sind insbesondere folgende Aspekte relevant:

  • Werbung darf Verkehrszeichen, Ampeln oder Warnsignale nicht imitieren.
  • Für Bildwechsel, Animationen und bewegte Inhalte gelten Einschränkungen.
  • Helligkeit, Positionierung und Sichtbarkeit müssen mit der Verkehrssicherheit vereinbar sein.

Welche Anforderungen im konkreten Fall gelten, hängt unter anderem vom Standort und der behördlichen Genehmigung ab.

In diesem Artikel gehen wir ausführlich darauf ein.