Was ist Interactive Signage? Definition, Vorteile, Beispiele

In diesem Artikel:
- Definition: Was ist Interactive Signage?
- Das sind die Vorteile von Interactive Signage
- Beispiele: Einsatzmöglichkeiten und Case Studies
Aus unserem Branchenreport geht hervor, dass Digital Signage die Kommunikation erleichtert sowie auch Personalisierung und Engagement fördert. Diese Vorteile beziehen sich auch auf Interactive-Signage-Lösungen.
Der nachfolgende Artikel befasst sich konkret mit den Vorteilen von Interactive Signage, den Einsatzbereichen und wie die Anwendung in der Praxis anhand unserer Kundenprojekte aussieht.
Definition: Was ist Interactive Signage?
Interactive Signage ist eine Form von Digital Signage, bei der Nutzer durch Berührung oder Sensoren mit den angezeigten Inhalten interagieren. Die Inhalte passen sich dabei dynamisch an Eingaben oder Situationen an.
Das sind die Vorteile von Interactive Signage?
Eigenständige Navigation
Interactive Signage ermöglicht Besuchern die eigenständige Navigation über Touch-Displays. Neben klassischen Navigationselementen (z. B. Liste mit Stores) besteht auch die Möglichkeit, Produkte zu suchen und direkt zu bestellen. Auch ältere Zielgruppen können die Anwendungen aufgrund ihrer intuitiven Eigenschaften problemlos nutzen.

In der Anton-Bruckner-Ausstellung konnten Besucher eigenständig Informationen über den Komponisten abrufen – inklusive Audioausgabe der einzelnen Werke.
Intuitive Wegeleitsysteme
Krankenhäuser und Shopping-Malls sind komplex strukturierte Einrichtungen, in denen man sich schwer orientieren kann. Mit Interactive Signage ist es möglich, Lagepläne abzubilden und eine gute Navigation sicherzustellen, indem die Anwendung als Wegweiser fungiert. Dadurch verbessert sich die Nutzererfahrung und Personal wird aufgrund weniger Rückfragen entlastet.

Das Klinikum Wels nutzt Interactive Signage als Wegeleitsystem, um Patienten und Besucher effektiv zum Ziel zu leiten.
Effektive Informationsvermittlung
Durch die eigenständige Navigation ermöglicht Interactive Signage einen transparenten Informationsfluss, der mit Printwerbung nicht gewährleistet wird. Denn während Plakate nur Standard-Informationen wie beispielsweise Öffnungszeiten kommunizieren, können Besucher über interaktive Displays auch Preise, Angebot und detaillierte Produktinformationen abrufen.

Im Einkaufszentrum PlusCity stehen Besuchern eine breite Palette an interaktiven Optionen neben der Navigation zur Auswahl. Mit den Directories vor Ort kann dort telefoniert werden (mit dem Informationsschalter), es können Informationen mit der PlusCity-App geteilt werden und es besteht die Möglichkeit zur Newsletter-Anmeldung.
Wie viel Interaktivität benötigt dein Projekt?
Du möchtest dich genauer mit den Anforderungen bzgl. Interactive Signage für dein Projekt befassen? Dann hilft dir unser Ratgeber.
Genaue Abdeckung der Customer Journey
Aufgrund der Interaktivität können Zielgruppen eigenständig Informationen je nach Wissensstand und Interesse abrufen. So können Besucher von Shopping-Malls nach Restaurants suchen, aber auch deren Speisekarten ansehen.
Hierbei ergeben sich lukrative Möglichkeiten im zielgruppenorientierten Marketing. Unternehmen können Funnel aufbauen, die Zielgruppen aufgrund von Self-Service eigenständig durchlaufen. Konkrete Beispiele sind Preistafeln mit Filterfunktionen, Produktberater und Feedback-Terminals. Die Individualisierung der Kommunikation schafft verschiedene Einstiegspunkte für die jeweilige Phase der Customer Journey.
Auch die Marketingkommunikation wird durch Interactive Signage kanalübergreifend umgesetzt, um Kunden/Interessenten eine personalisierte Erfahrung zu bieten. So ist es durch Anmeldeformulare beispielsweise möglich, Daten von Besuchern zu erheben, um anschließend einen Newsletter zu versenden (Omni-Channel-Marketing).
Mit klassischen Signage-Lösungen ist dieser Ansatz nicht möglich, denn der Fokus sind Content-Loops mit gleichbleibenden Inhalten.
So unterscheidet sich Interactive Signage von klassischen Signage-Lösungen
| Aspekt | Klassische Signage-Lösungen | Interactive Signage |
| Kommunikationsart | Content-Loops, Inhalte laufen automatisch in einer Schleife. | Dialogorientiert, Nutzer wählen aktiv Inhalte und steuern die Interaktion. |
| Relevanz der Inhalte | Für breite Zielgruppen, gleiche Botschaft für alle. | Situativ und nutzerspezifisch, Inhalte passen sich Auswahl und Kontext an. |
| Rolle in der Customer Journey | Stärkt vor allem Awareness, Image und Informationsfluss. | Deckt zusätzlich Beratung, Auswahl, Konfiguration und Service-Schritte ab. |
| Self-Service | Keine oder sehr geringe Self-Service-Funktionen. | Starker Fokus auf Self-Service: Informationen und Prozesse können eigenständig durchlaufen werden. |
| Datenerfassung & Optimierung | Nur indirekte Kennzahlen (z. B. Frequenz, Umsatzentwicklung). | Direkte Nutzungsdaten (Klicks, Pfade, Verweildauer) als Basis für Optimierung und A/B-Tests, Auswertung von Suchbegriffen und Ergebnissen. |
| Komplexität der Inhalte | Eher kurze, schnell erfassbare Botschaften. Komplexe Themen schwer abbildbar. | Schrittweise geführte Inhalte (Filter, Konfiguratoren) auch für erklärungsbedürftige Angebote. |
| Aufwand & Kosten | Günstiger Einstieg, Content-Pflege meist überschaubar. | Höherer Konzeptions- und Implementierungsaufwand, rechnet sich vor allem bei klaren Prozess- und Umsatzzielen. |
Messbarkeit
Laut Lucent Innovation verspricht datengetriebenes Marketing einen fünf- bis achtmal so hohen ROAS wie nicht-datenbasiertes Marketing. Die Stärken von Interactive Signage zeigen sich hier insofern, dass Unternehmen relevante Daten erheben können, darunter aus Gewinnspielen, Umfragen und Suchverläufen.
Insbesondere durch die Auswertung von Suchverläufen gewinnen Unternehmen wertvolle Insights. So ist es beispielsweise möglich zu erkennen, nach welchen Produkten, Events oder auch Informationen gesucht wird. Diese Erkenntnisse gehen noch über die Interaktionspfade hinaus, da sie individuelle Wünsche von Besuchern offenlegen.
Beispiele: Einsatzmöglichkeiten und Case Studies
Einsatzbereiche von Interactive Signage
- Wegweiser und Wegeleitsysteme
- Produktfinder und Suchfunktionen
- Terminal für Feedback und Self-Service
- Gewinnspiele, Umfragen und Newsletter-Anmeldungen
- Reservierungen (z. B. im Restaurant oder Kino) und Ticketkauf
- Infoportale und Intranet
- Konfiguratoren und Bestell-Terminals für Produkte

In der PlusCity sind Displays für die eigenständige Navigation. Besucher können nach Stores und Produkten suchen, Informationen abrufen und sich über Aktuelles (z. B. Kinoprogramm und Events) informieren.

In der Anton-Bruckner-Ausstellung konnten sich Besucher interaktiv über das Lebenswerk und die Laufbahn des österreichischen Komponisten informieren sowie auch seine Musikstücke abspielen und anhören.

Im Klinikum Wels sind interaktive Displays für die Navigation aufgestellt. Die Lösungen ermöglichen eine intuitive Führung durch den gesamten Krankenhauskomplex mit detaillierte Anzeige der Routen.
Interactive Signage by FRAMR.
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Beispiele: Wie Interactive Signage klassische Signage-Lösungen ergänzt
| Branche | Klassische Signage – typischer Einsatz | Interactive Signage – zusätzlicher Mehrwert |
| Retail | Digitale Preistafeln, Aktionen, Informationen | Produktfinder, Verfügbarkeiten prüfen, Filial-Navigation im Store |
| Gastronomie | Digitale Speisekarten, Tagesangebote | Self-Service-Terminals, Filter, Upsells, Custom-Bestellungen (z. B. Burger selber zusammenstellen). |
| Industrie | Werksinfos, Sicherheitsregeln | Interaktive Schichtinfos, Self-Service-Anleitungen, Feedback-Terminals |
| Corporate | News, Hinweise auf Veranstaltungen/Schulungen | Feedback-Terminals, interaktives Intranet, Self-Service |
Ein Kundenbeispiel hierfür ist die PlusCity. Die Shopping-Mall aus Linz nutzt Digital Signage u. a. für Werbeaktionen und ergänzt den Loop-Content durch interaktive Terminals für eine optimierte Besuchernavigation (siehe Bild).
